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Brieffreundschaft zwischen Eisbär und Pinguin

brieffreundschaftKinderbuchautor Mac Pfeifer macht`s möglich - Hohenroth (ww.)

Kennen Sie Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipulakapimaun-ghhornukkupokaiwhenuakitanatahu? Nein? Kein Problem. Das ging den Grund-schülern der Edmund-Grom-Volksschule genauso, bis sie von Mac Pfeifer aufgeklärt wurden. Dieses überaus lange und schier unaussprech-liche, geschweige denn überhaupt fehlerfrei lesbare Wort ist der längste Ortsname der Welt. Und wer jetzt denkt, jener angesprochene Mac Pfeifer ist Geografie und hat den Schülern Nachhilfe in Erdkunde gegeben, liegt nochmal meilenweit daneben. Thomas Mac Pfeifer ist Kinderbuchautor und just in einem seiner Bücher kommt dieser Ortsname vor.

In einer Autorenlesung, zu der Thomas Mac Pfeifer die Zweit- und Drittklässler in Hohenroth besuchte, stellte er seine Kinderbücher vor, las daraus und ließ auch die Kinder lesen, beispielsweise den längsten Ortsnamen der Welt. Ein interessantes Bild war es allemal, als mehr als 50 Kinderaugenpaare gespannt auf den 60-Jährigen gerichtet waren, andächtig lauschend, bisweilen schmuzelnd, aber stets gefesselt von den lustigen und zugleich lehrreichen Geschichten. Angelika und Michael Beck, beide Grundschullehrer in Hohenroth, knüpften den Kontakt zu Mac Pfeifer. Der freie Journalist und Chefredakteur einer großen Berliner Mieterzeitung lebt in Bad Kissingen und hat seine Kinderbücher, Geschichten und Gedichte bereits in zahlreichen Lesungen in Kindergärten und Schulen in der näheren Umgebung bekannt gemacht. Auf eigene Kosten wohlgemerkt, denn ein Autorenhonorar verlangt er nicht. "Ich möchte den Kindern einfach eine Weile Fröhlichkeit bieten, wenn sie mir zuhören", erklärt Mac Pfeifer. Unterstützt von mitgebrachten Plüschtieren ist ihm das vortrefflich gelungen. Da taucht neben dem Erdbeerfrosch, der Hauptfigur in einem seiner Bücher, plötzlich ein Stinktier auf, ein Schnabeltier erzählt von sich selbst oder Eisbär und Pinguin treffen sich endlich nach jahrelanger Brieffreundschaft. Dazwischen singt der Autor mit den Kindern ein Lied, macht tatsächlich fast ein bisschen Erdkundeunterricht, um sogleich wieder eine Geschichte aus seinen Büchern zum Besten zu geben. Wie im Flug vergingen die zwei Stunden mit Mac Pfeifer, wobei die Kinder merkten, dass das Lesen alles andere als langweilig sein kann. Selbstverständlich stellte sich Thomas Mac Pfeifer anschließend den neugierigen Fragen seines Publikums und erklärte bereitwillig, wie er denn auf die lustigen Tiernamen gekommen sei, wie lange es denn dauere, bis so ein Buch geschrieben sei oder wann ihm die besten Ideen einfielen. In der Sprache der Kinder, aber keineswegs kindlich, gab der Schriftsteller Auskunft und weckte mit seiner authentischen Begeisterung eine ebensolche bei den kleinen Zuhörern. Entlohnt wurde er schlißlich nicht nur durch einige spontan verkaufte Bücher, sondern erst recht durch einen tosenden Applaus der strahlenden Schüler. An seinen Augen war dabei abzulesen, dass ihn das Strahlen, das er auf die Kindergesichter gezaubert hatte, weit mehr Freude machte. Die Geschichten von Winrich, Hups und Pups, Scholli und wie die lustigen Tiere alle heißen, werden den Kindern sicher noch viele amüsante Momente bereiten. Einem Schüler werden sie besonders ans Herz wachsen: Er hat ein Buch mit Widmung geschenkt bekommen für seine Lesekunst. Er konnte ihn fehlerfrei lesen, den Ortsnamen Taumatawhaka..., auch lesen Sie doch einfach selbst nach. Oder hören Sie dem Künstler zu, am 4. August in der Stadtbücherei Bad Kissingen.

(Rhön-Saale-Post)