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Der Tag, an dem der Pups nicht konnte

Geschichte für den 29. Februar:

Pups

Ich heiße Pups und bin ein kleines Stinktier. Meine Heimat ist Kanada. Da haben wir Stinktiere immer fürchterliche Angst vor dem großen Virginia-Uhu. Besonders wir Tierkinder, weil der Uhu am liebsten kleine Stinktiere frisst.

Aber hier im Zoo, wo ich wohne, bin ich sicher, weil es hier keinen Virginia-Uhu gibt. Und wenn doch, dann ist er bestimmt in einem Käfig.

Heute ist wieder ein schöner Tag und ich treffe mich mit meinen Freunden auf dem Zoo Spielplatz. Und ich weiß schon jetzt, was mich dort erwartet. Es ist jeden Tag das gleiche Spiel: Die vier bösen Ratten haben sich auf die vier Schaukeln gesetzt und lassen sie nicht mehr los.

Also, Pups, sagen dann immer meine Freunde, mach‘ mal das, was nur du kannst, damit die Schaukeln auch für uns frei werden.

Ja, und dann mache ich das, wofür ich meinen Namen bekommen habe: Ich lasse nämlich einen kleinen, klitzekleinen…Pups: „Puuuuuuuuuuuuuuuuuups!"

So auch heute wieder: Die vier Schaukeln sind besetzt. Alle gucken mich an, die vier bösen Ratten und natürlich meine Freunde. Sie rufen mir zu: „Na, mach‘ schon, Pups, wir wollen endlich auch mal schaukeln.“

Aber, au weia, es geht nicht…Ich kann einfach nicht…Es kommt kein großer und auch kein kleiner Pups hervor.

Die vier bösen Ratten lachen sich kaputt: Ein Pups, der nicht pupsen kann, hahahahaha…!

Und meine Freunde sind traurig. Sie wollten doch so gern schaukeln.

Plötzlich kommt die 250 Jahre alte Panzerschildkröte Petra Patzig „um die Ecke gefegt“, stupst mich ein bisschen zur Seite und tröstet mich: „Hör‘ mal, Pupsi…“ Sie ist die einzige, die mich Pupsi nennen darf. „Hör‘ mal, Pupsi, ich habe da eine Idee. Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt: Du musst Bohnen essen. Denn jedes Böhnchen gibt ein Tönchen. Glaube mir, es funktioniert.“

Ich laufe schnell in die Zoo Küche und bitte den Zoo-Koch Elmar Eintopf:

„Ich möchte gern einen Teller Bohnensuppe mit 183 Böhnchen.“

Warum – will er wissen.

Und ich erkläre ihm: „Tja, jedes Böhnchen gibt ein Tönchen, hat schon die Großmutter von Petra Patzig gesagt. Und sie ist schließlich eine 400 Jahre alte Panzerschildkröte gewesen. So – und jetzt möchte ich wissen, ob das stimmt. Darum 183 Böhnchen!“

Ich bekomme meiner Teller Suppe mit genau 183 Bohnen. Ich esse sie alle auf. Hm, lecker, lecker. Und jetzt gehe ich zurück auf den Spielplatz und warte, und warte, und….

Und da passiert es, ja, es passiert wirklich:

Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 1
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 2
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 3
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 4
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 5
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 6
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………………………………………...
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 100
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 101
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…………………………………………
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 181
Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups, 182

182 – aber ich habe doch 183 Bohnen gegessen, wo ist denn der 183. Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuups???

Die Schaukeln sind frei, aber ich verstehe das nicht. Habe ich mich vielleicht verzählt?

Plötzlich höre ich ein merkwürdiges Geräusch aus der Zoo-Küche. Elmar Eintopf guckt aus dem Fenster und lacht und lacht: „Juhu, es funktioniert, ja es hat funktioniert. Ich habe dir nämlich ein Böhnchen gemopst…“


Thomas Mac Pfeifer, 68 Jahre, Bad Kissingen